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Tierart: McCords Schlangenhals-Schildkröte
Foto: Andreas Heilgeist

McCords Schlangenhals-Schildkröte

Sie gehört zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Schildkrötenarten der Welt. Zwei der drei Unterarten kommen ausschließlich auf der indonesischen Insel Roti vor, die dritte lebt auf dem benacharbten Timor. Fang und Verlust von Lebensraum sind die Hauptgründe für das Verschwinden, die Schildkröten gelten auf Roti als fast ausgerottet. Ihr Lebensraum schrumpft dramatisch: Sümpfe und Feuchtgebiete wurden in Reisfelder umgewandelt, Abholzung und Erosion zerstörten weitere Schildkrötenhabitet. Der internationale Tierhandel trug ebenfalls zum Verschwinden bei. 2001 wurde der Handel von Indonesien komplett verboten, seit 2004 steht die Art im Anhang II des CITES-Abkommens. Trotzdem werden noch Tiere gefangen.

Die Eiablage der Schlangehalsschildkröten erfolgt in der Trockenzeit zwischen Februar und September (bis zu drei Gelege pro Jahr). Die Jungen schlüpfen nach 66 bis 122 Tagen mit Beginn der Regenzeit Ende November und sind dann knapp drei Zentimeter groß. Erwachsene Tiere haben eine Panzerlänge von 15 bis 20 Zentimetern. Der Hals ist ebenso lang wie der Panzer und kann bei Bedrohung seitlich unter den Panzerrand gelegt werden ("Halswender"). Die Weibchen sind in der Regel größer als die Männchen.

McCords Schlangenhals-Schildkröte - Chelodina mccordi

Systematik:
Schlangenhalsschildkröten (Chiledae)
Verbreitung:
ausschließlich auf den indonesischen Inseln Roti und Timor
Nahrung:
kleine Fische, Kaulquappen, Insekten
Bestand:
vom Aussterben bedroht

Gefährdung

Die 1964 erstellte Rote Liste bedrohter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) hat sich zur umfassendsten Informationsquelle über den globalen Erhaltungszustand von Tier-, Pilz- und Pflanzenarten entwickelt. In ihr sind mittlerweile über 40.000 Spezies gelistet und gibt Auskunft über deren Verbreitungsgebiet, Populationsgröße, Lebensraum und Ökologie, Nutzung und/oder Handel, Bedrohungen und Erhaltungsmaßnahmen. Sie ist ein wichtiges Indikator für den Zustand der biologischen Vielfalt unserer Welt und ist zudem ein Instrument, um diese Vielfalt dauerhaft zu erhalten.

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Aquarium und Terrarium

Das bereits 1967 eingeweihte Gebäude ist bis heute eine renommierte Einrichtung. Die beiden Bereiche des Aquariums zeigen zum einen Wassertiere der gemäßigten Zonen, dazu zählen etwa die Nordsee und das Mittelmeer. Zum anderen sind tropische Süßwasserfische und Bewohner der Korallenriffe zu erleben. In der Schau befinden sich 71 Aquarien sowie sechs Klimalandschaften und fünf Uferbecken. Verbunden sind die beiden Gebäudeflügel durch den Mittelbau, der 32 Terrarien und die Krokodilhalle umfasst. Insgesamt leben hier in diesem Zentrum der Vielfalt rund 750 Tierarten.